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Rund um den Gartenbonsai

Dienstag, 21. Juli 2009

Eine kurze Bonsai-Historie

Die japanische Bonsai-Kunst hat ihre Wurzeln im alten China, welche an die dreitausend Jahre zurückreichen. Der Begriff „Bonsai“ ist ein aus dem Mandarin-Chinesisch stammendes Lehnwort im Japanischen. Im Original heißt es „Pén-Zài“ und bedeutet soviel wie „Topf-Pflanze“. Bevor die Chinesen sich an die Kultivierung einzelner Pflanzen im Topf machten, waren sie meisterlich darauf spezialisiert, ganze Landschaften in Miniaturform auf einem Tablett abzubilden. Das waren Landschaften mit Bergen, Flüssen, Bäumen und Wiesen. Der Begriff „Péng-Jîng“ heißt demnach auch „Landschaft in der Schale“. Man geht davon aus, dass reisende buddhistische Mönche zwischen dem 8. und 12. Jahrhundert u.Z. diese Pflanzenkunst von China nach Japan brachten. Zum Einen waren es eine ausgeprägte Liebe zu Kunst und Literatur, aber auch der Einfluss der Zen-Philosophie mit ihrem Hang zur Reduktion, die die Bonsai-Kultur so schnell florieren ließ, wobei sie sich bis in die Jetztzeit erhalten hat. Mittlerweile ist die Bonsai-Kunst auch außerhalb Japans überall auf der Welt sehr beliebt. Neben der Kultur äußerst kleiner Miniaturformate für Zimmerbonsai gibt es noch ein etwas größeres Format bis maximal zwei Meter Höhe, das im Garten gezüchtet wird. Diese Freiland- oder Gartenbonsai machen aus jedem Garten ein visuelles Meisterwerk.

Bonsai nur für japanische Ziergärten?

Gartenbonsai verwandeln den heimischen Garten nicht ausschließlich in eine stimmungsvolle asiatische Kunstlandschaft. Natürlich wird der Liebhaber japanischer oder chinesischer Gartenkunst auch auf eine ausreichende Anzahl verschiedener Bonsai achten, da sie einfach zu einem solchen Landschaftsbild dazugehören. Da aber Gartenbonsai hierzulande aus kultivierten heimischen Gewächsen gezüchtet werden, lässt sich mit ihnen durchaus eine europäische Miniaturlandschaft im Garten abbilden. Hainbuche und Pfaffenhütchen lassen sich wunderbar in einen heimischen Garten integrieren, ohne dabei einen Hauch fernöstlicher Exotik zu verbreiten. Wer es lieber japanisch liebt, der wird vorzugsweise zur Blauen Mädchenkiefer oder zur Bergkiefer greifen. Diese beiden Nadelhölzer kombiniert mit weißen Steinen gibt jedem Garten ein typisch japanisches Flair. Wer hingegen einen sehr europäischen Garten mit Obst-, Laub- und Nadelbäumen gestalten will, muss deshalb nicht zu Großgewächsen greifen, um dem asiatischen Anstrich zu entgehen. Bonsai heißt nicht gleich asiatisch. Mit Gartenbonsai aus heimischen Hölzern lassen sich auch deutsche Obstgärten gestalten, die lediglich in ihrem Wuchs kontrolliert werden und kleingehalten bleiben.

Wissenswertes über Gartenbonsai

Blauer Teppichwachholder

Blauer Teppichwachholder

Freilandbonsai (wie z.b. der Blaue Teppichwachholder) können nicht ersatzweise im Zimmer gehalten werden, sondern sind Gewächse, die sowohl den jahreszeitlich, wie auch den tageszeitlich klimatischen Wechsel zwischen Tag und Nacht, Wärme und Kälte, Regen und Trockenheit, aber auch zwischen Frühling, Sommer, Herbst und Winter benötigen. Es handelt sich meistens um Bäume unseres europäischen Klimas, denn diese Hölzer sind den Jahreszeitenwechsel gewohnt. Entscheidet sich der Bonsai-Liebhaber für ein Laub- statt Nadelgewächs, kann er sich auf wundervoll farbenprächtige Laubverfärbungen, die den Jahreszeiten angemessen sind, freuen. Je prachtvoller die Farben des Herbstlaubes ausfallen, z.B. ein feuriges Rot oder ein leuchtendes Gelb, desto mehr spricht für den optimalen Standort im Garten. Gartenbonsai mögen es dauerhaft sonnig bis halbschattig. Die Pflanzschale sollte so aufgestellt sein, dass sich keine Staunässe bilden kann, die das Wurzelwerk des Bonsais beschädigt. Auch sollte man die Schale hin und wieder dem Licht zudrehen, damit der Bonsai gleichmäßig wächst. Immerhin ist bekannt, dass Bäume ihr Wachstum dem Lichteinfall nach ausrichten und dorthin wachsen, woher die meiste Sonneneinstrahlung herkommt.

Eine kleine Psychologie der Bonsai-Kultur

Bonsai stehen für eine besondere Kunst, Pflanzen zu kultivieren. Wer sich dieser Kunst überlässt, zeigt in seinem Garten, dass er seine Pflanzen regelmäßig bearbeitet und pflegt. Ein kunstvoll angelegter Bonsai-Garten spricht demnach für viel Pflanzenverständnis, Erfahrung und Liebe zum Detail. Wer sich gestalterisch mit der Natur auseinandersetzt und selbst Hand anlegen möchte, der wird sich der Bonsai-Kunst gerne mit Leidenschaft widmen. Wer eher den natürlichen Wildwuchs in Form eines Biotopes liebt, der eignet sich weniger für die Bonsai-Züchtung. Wer aber einmal seine Leidenschaft für Bonsai entdeckt hat, der wird nie wieder davon ablassen wollen.